Home > Ausbildungs- und Berufsvorbereitung

Ausbildungs- und Berufsvorbereitung

Definition

Mit den Begriffen Ausbildungsvorbereitung und Berufsvorbereitung sind all jene Maßnahmen und Angebote gemeint, die Jugendlichen nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule den Einstieg in eine Berufsausbildung erleichtern bzw. erst ermöglichen. Ausbildungs- und Berufsvorbereitung sind Teil des Übergangssystems Schule­ - Beruf und umfassen Bildungsgänge und Maßnahmen, die unterhalb einer qualifizierenden Berufsausbildung liegen. Durch sie sollen die individuellen Kompetenzen der Jugendlichen soweit gefördert werden, dass sie nach Abschluss eine Ausbildung beginnen oder eine Beschäftigung aufnehmen können. 

Zu den wesentlichen Zielen und Aufgaben der ausbildungs- und berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen gehören:

  • Erweiterung des Berufswahlspektrums,
  • Erwerb betrieblicher Erfahrungen,
  • Vermittlung fachpraktischer und fachtheoretischer Grundkenntnisse und -fertigkeiten,
  • Förderung der Motivation zur Aufnahme einer Ausbildung,
  • individuelle Beratung und Begleitung beim Übergang in Ausbildung, in Beschäftigung oder in andere Qualifizierungsmaßnahmen,
  • Stärkung der sozialen Kompetenz und Unterstützung bei der Bewältigung von sozialen Problemen,
  • Erlangung eines Schulabschlusses.

Welche dieser Ziele und Aufgaben im Fokus der Angebote stehen, richtet sich nach den Bedarfen der jeweiligen Zielgruppe. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen der schulischen und der außerschulischen Ausbildungs- bzw. Berufsvorbereitung. Darüber hinaus hält Hamburg aber noch weitere Maßnahmen für spezielle Zielgruppen bereit. 

Unter dem Menüpunkt Angebote in Hamburg stellen wir Ihnen die derzeitige Angebotsvielfalt vor. 

 

Grundlagen

In den letzten Jahrzehnten hat sich ein breit gefächertes Angebot der Ausbildungs- und Berufsvorbereitung in Schulen und bei Bildungsträgern etabliert, auf das nicht mehr verzichtet werden kann.

Lange Zeit war dieses Angebot nicht in das Gesamtsystem der beruflichen Bildung eingebunden. Erst mit der Aufnahme der Berufsausbildungsvorbereitung in das Berufsbildungsgesetz (§§ 1, 50, 51 und 52) am 1.1.2003 ist es Bestandteil des beruflichen Bildungssystems in Deutschland geworden. Seitdem können die vorbereitenden Angebote und die Ausbildung besser miteinander verzahnt werden, denn die Regelung von Qualifizierungsbausteinen nach § 51 BBiG führte dazu, dass zertifizierte Teilqualifikationen erreicht und auf eine Ausbildung angerechnet werden können.

„Während in den 50er- und 60er-Jahren die zunächst noch unsystematische, meist eintägige Teilzeitbeschulung der „Jungarbeiter" - Jugendliche ohne berufliche Qualifikation, aber mit Arbeitsgelegenheiten - im Mittelpunkt von Förderungsbemühungen stand, kam es in den 70er- Jahren aufgrund zunehmend fehlender Jobs zur Einrichtung erster berufsvorbereitender Schulklassen, um die wachsende Zahl unversorgter und unzureichend qualifizierter Jugendlicher aufzufangen (vgl. Schierholz 2001).[...] Mit dem Benachteiligtenprogramm im Jahr 1980 erweiterte sich die Förderkonzeption, weg von einer Förderung der Jungarbeiter hin zu einer umfassenderen Benachteiligtenförderung (vgl. Würfel 2002; Lex 2002). Mit dem Begriffswechsel verbunden erfolgte neben Versuchen einer Strukturierung und Systematisierung der Qualifizierungs- und Bildungsansätze für benachteiligte Jugendliche auch eine Erweiterung des Personenkreises, der als benachteiligt angesehen wurde. [...] Neben individuellen, sozialen Beeinträchtigungen traten nun auch durch einen exkludierenden Ausbildungs- und Arbeitsmarkt geprägte Beeinträchtigungen zu den Förderungsgründen hinzu (vgl. Würfel 2002). [...] Diese Gruppe der sogenannten Marktbenachteiligten trägt unter anderem dazu bei, dass heute ca. ein Viertel der Jugendlichen eines Altersjahrgangs nach dem Besuch der allgemein bildenden Schulen nicht in eine „normale" im Sinne von „nicht geförderte" Aus- und Weiterbildung einmündet, sondern zum größten Teil zur (wissenschaftlich nicht eindeutig definierten) Gruppe der „Benachteiligten" gezählt werden kann (vgl. Bojanowski 2006; Schulte 2004)." (Quelle: Aktuelle Tendenzen in der schulischen Berufsvorbereitung- Autoren: Christine Buchholz, Peter Straßer; Hrsg. BIBB, 2007)