- Das Übergangssystem
- Übergangsmanagement
- Berufsorientierung
- Berufsvorbereitung
- Geförderte Ausbildung
- Duale Ausbildung
- Schulische Ausbildung
- Weitere Ausbildungswege
- Hochschulbildung
- Modularisierung in Hamburg und Europa
Definition
Mit dem Begriff Berufsvorbereitung sind all jene Maßnahmen und Angebote gemeint, die Jugendlichen nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule den Einstieg in das Berufsleben erleichtern bzw. erst ermöglichen. Die Berufsvorbereitung ist Teil des beruflichen Übergangssystems Schule - Beruf und umfasst Bildungsgänge und Maßnahmen, die unterhalb einer qualifizierenden Berufsausbildung liegen. Durch sie sollen die individuellen Kompetenzen der Jugendlichen soweit gefördert werden, dass sie nach Abschluss eine Beschäftigung aufnehmen oder eine Ausbildung beginnen können.
Zu den wesentlichen Zielen und Aufgaben der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen gehören:
- Erweiterung des Berufswahlspektrums,
- Erwerb betrieblicher Erfahrungen,
- Vermittlung fachpraktischer und fachtheoretischer Grundkenntnisse und -fertigkeiten,
- Förderung der Motivation zur Aufnahme einer Ausbildung,
- individuelle Beratung und Begleitung beim Übergang in Ausbildung, in Beschäftigung oder in andere Qualifizierungsmaßnahmen,
- Stärkung der sozialen Kompetenz und Unterstützung bei der Bewältigung von sozialen Problemen,
- Erlangung eines Schulabschlusses.
Welche dieser Ziele und Aufgaben im Fokus der berufsvorbereitenden Angebote stehen, richtet sich nach den Bedarfen jeweiligen Zielgruppe. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen der schulischen und der außerschulischen Berufsvorbereitung. Darüber hinaus hält Hamburg aber noch weitere Maßnahmen für spezielle Zielgruppen bereit.
Die Vielfalt an Programmen, Maßnahmen und Instrumenten sowie die unterschiedlichen ordnungs- und förderpolitischen Zuständigkeiten führten im Laufe der letzten Jahrzehnte zu einer Unübersichtlichkeit der Angebotspalette, die letztendlich als "Maßnahmedschungel" bezeichnet wurde, in dem sich weder die Jugendlichen noch Beratungsfachkräfte zurechtfinden.
Unter dem Menüpunkt Angebote in Hamburg stellen wir Ihnen die derzeitige Angebotsvielfalt vor.
Grundlagen
In den letzten Jahrzehnten hat sich ein breit gefächertes Angebot der Berufsvorbereitung in Schulen und bei Bildungsträgern etabliert, auf das nicht mehr verzichtet werden kann.
Lange Zeit waren diese Angebote der Berufsvorbereitung nicht in das Gesamtsystem der beruflichen Bildung eingebunden. Erst mit der Aufnahme der Berufsausbildungsvorbereitung in das Berufsbildungsgesetz (§§ 1, 50, 51 und 52) am 1.1.2003 ist sie Bestandteil des beruflichen Bildungssystems in Deutschland geworden. Seitdem können die Berufsvorbereitung und die Ausbildung besser miteinander verzahnt werden, denn die Regelung von Qualifizierungsbausteinen nach § 51 BBiG führte dazu, dass zertifizierte Teilqualifikationen erreicht und auf eine Ausbildung angerechnet werden können.
Während in den 50er- und 60er-Jahren die zunächst noch unsystematische, meist eintägige Teilzeitbeschulung der „Jungarbeiter" - Jugendliche ohne berufliche Qualifikation, aber mit Arbeitsgelegenheiten - im Mittelpunkt von Förderungsbemühungen stand, kam es in den 70er- Jahren aufgrund zunehmend fehlender Jobs zur Einrichtung erster berufsvorbereitender Schulklassen. Mit dem Benachteiligtenprogramm im Jahr 1980 erweiterte sich die Förderkonzeption, weg von einer Förderung der Jungarbeiter hin zu einer umfassenderen Benachteiligtenförderung. Mit dem Begriffswechsel verbunden erfolgte neben Versuchen einer Strukturierung und Systematisierung der Qualifizierungs- und Bildungsansätze für benachteiligte Jugendliche auch eine Erweiterung des Personenkreises, der als benachteiligt angesehen wurde. Neben individuellen, sozialen Beeinträchtigungen traten nun auch durch einen exkludierenden Ausbildungs- und Arbeitsmarkt geprägte Beeinträchtigungen zu den Förderungsgründen hinzu.
Diese wachsende Gruppe der sogenannten Marktbenachteiligten trägt unter anderem dazu bei, dass heute circa ein Viertel der Jugendlichen eines Altersjahrgangs nach dem Besuch der allgemein bildenden Schulen nicht in eine duale Ausbildung einmündet, sondern zum größten Teil zur Gruppe der „Benachteiligten" gezählt werden kann.





