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Übergangsmanagement

Grundlagen

Die enorme Ausweitung des Übergangssystems mit seinen unzähligen Akteuren, Angeboten und unterschiedlichen Zuständigkeiten erfordert ein hohes Maß an Abstimmung und Kooperation.

Aus diesem Grund wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten bundesweit Initiativen gefördert mit dem Ziel eines gut strukturierten, transparenten und damit leistungsfähigen und verlässlichen Übergangssystems, mit dem alle förderbedürftigen jungen Menschen erreicht und ihrem jeweiligen Förderbedarf entsprechend unterstützt werden. Im Zuge dessen gewann zunächst das Case Management an Bedeutung, weil dieses Konzept nicht nur die Jugendlichen mit ihren individuellen Bedarfen in den Mittelpunkt des Handelns stellt, sondern auch die erforderlichen strukturellen Bedingungen des Hilfesystems. Doch trotz der professionellen Netzwerkarbeit im Rahmen des Case Managements ist es nicht gelungen, die Zuständigkeitsgrenzen von Behörden und Institutionen zu überwinden, um eine gemeinsame Förderstrategie zu verfolgen. Dafür bedarf es einer verbindlichen Kooperation - auch der politischen Entscheidungsträger.

2006 forderte der 'Innovationskreis Berufliche Bildung des BMBF', bestehende Programme bzw. Instrumente besser zu bündeln und zu koordinieren, anstatt weitere einzuführen. Mit Hilfe des sogenannten Übergangsmanagements soll dies gelingen.

Der Begriff des Übergangsmanagements ist relativ neu und wird häufig in Zusammenhang mit den Aktivitäten verwendet, die das Ziel haben, Maßnahmen und Institutionen mit der Aufgabe der beruflichen Integration von benachteiligten Jugendlichen zu bündeln und zu koordinieren. Dabei werden - ähnlich wie beim Case Management - zwei Ebenen unterschieden:

Auf der strategischen Ebene stehen die strukturellen Rahmenbedingungen des Übergangs im Fokus. Es geht dabei um die Gestaltung der institutionellen und berufsübergreifenden Zusammenarbeit der relevanten Akteure.

Demgegenüber stellt die operative Ebene die konkrete Arbeit mit den Jugendlichen in den Vordergrund. Hier kommt insbesondere die individuelle Begleitung zum Tragen.

Von Übergangsmanagement kann nach Meinung von Experten/-innen nur dann gesprochen werden, wenn in einer Maßnahme bzw. einem Projekt eine Verknüpfung zwischen der personenbezogenen (operativen) und der strukturbezogenen (strategischen) Ebene ersichtlich ist. Ein gutes Übergangsmanagement verzahnt und steuert demnach die Bildungsphasen sowohl auf der Ebene der Kooperationen (vertikal und horizontal, Koordination der Angebote), als auch der individuellen Lotsenfunktion (vgl. Dr. Ingo Diedrich, Tilman Zschiesche; ibbw, 2009).

 

Weiterführende Links und Literaturhinweise:

Die Weinheimer Initiative fordert mit der Weinheimer Erklärung 2007, dass die öffentliche Verantwortung für Bildung, Ausbildung und Zukunftsperspektiven vorrangig durch Lokale Verantwortungsgemeinschaften und Kommunale Koordinierung wahrgenommen wird.

"Politische Gestaltung des kommunalen Übergangsmanagements an der Passage von der Schule in die Arbeitswelt" - Dokumentation eines Expertenworkshops im Auftrag der Abteilung Wirtschaft- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung; WISO Diskurs Juni 2009

"Leitfaden lokales Übergangsmanagement" - Von der Problemdiagnose zur praktischen Umsetzung; Bertelsmannstiftung (Hrsg.); Verlag Bertelsmannstiftung 2007