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Grundlagen

Der Übergang von der Schule in die Ausbildung bzw. in den Beruf gestaltet sich für viele junge Menschen zunehmend schwierig. Ein erheblicher Teil der Jugendlichen mündet nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule zunächst in das sogenannte Übergangssystem ein.

Nach der Definition des Nationalen Bildungsberichts 2006 zählen zum beruflichen Übergangssystem „(Aus-)Bildungsangebote, die unterhalb einer qualifizierten Berufsausbildung liegen bzw. zu keinem anerkannten Ausbildungsabschluss führen, sondern auf eine Verbesserung der individuellen Kompetenzen von Jugendlichen zur Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung zielen und zum Teil das Nachholen eines allgemein bildenden Schulabschlusses ermöglichen" (Hrsg. Konsortium Bildungsberichterstattung, S. 79). „Hierunter fallen auch teilqualifizierende Angebote, die auf eine anschließende Ausbildung als erstes Jahr angerechnet werden können oder Voraussetzung zur Aufnahme einer vollqualifizierenden Ausbildung sind", ergänzt der Nationale Bildungsbericht 2008 die Definition (Hrsg. Autorengruppe Bildungsberichterstattung, S. 99).

Das berufliche Übergangssystem ist in den letzten Jahren erheblich ausgeweitet worden. Im nationalen Bildungsbericht 2006 wird es aufgrund seiner quantitativen Bedeutung erstmals als dritte Säule im Berufsbildungssystem bezeichnet.

Als Gründe für die beträchtliche Ausweitung des Übergangssystems werden häufig sowohl eine stark gestiegene Zahl der Schulabgänger/-innen bei rückläufigem Lehrstellenangebot als auch eine zu niedrige Qualifikation bei ansteigenden Anforderungen in der Ausbildung genannt. Insbesondere Schulabgänger/-innen ohne Abschluss oder mit Hauptschulabschluss schaffen es nur selten, unmittelbar nach Schulende eine reguläre Ausbildung zu beginnen. Zu ihnen gehören Jugendliche mit besonderem Förderbedarf, also mit sozialen oder Lernschwierigkeiten, mit Migrationshintergrund oder auch mit Behinderungen. In der letzten Zeit münden auch zunehmend Jugendliche mit schlechteren Realschulabschlüssen in das Übergangssystem ein.

Die Quantität des Übergangssystems wird nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Jedoch wird die fehlende Abstimmung der vielfältigen Angebote und verschiedenen Programme kritisiert, weil dadurch immer wieder Jugendliche in unnötigen Warteschleifen verweilen oder inhaltlich gleiche Maßnahmen ohne Anschlussperspektive durchlaufen.

Das soll sich ändern. Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan kündigte im November 2009 bei einem Pressegespräch im BIBB an, dass das Übergangssystem neu strukturiert und effizienter gestaltet werden soll, u.a. durch den Ausbau der frühzeitigen Berufsorientierung sowie der Verzahnung von Schule, Übergangsbereich und Berufsausbildung. Zur Erreichung dieser Ziele wurde 2008 vom BMBF ein Berufsorientierungsprogramm sowie das Programm ‚Perspektive Berufsabschluss - Förderinitiative 1: Das Regionale Übergangsmanagement‘ aufgelegt (vgl. Dr. Helge Braun; BWP 1/2010).

 

Weiterführende Links:

Arbeitsgemeinschaft Bildung für Deutschland/Übergangssysteme

Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB

BIBB - bibbreport_2009_11

BMBF Qualifizierungsinitiative