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Strategisches Übergangsmanagement

Das strategische (oder auch strukturelle) Übergangsmanagement benennt das abgestimmte Vorgehen sowie die Verzahnung und Vernetzung der Akteure im Übergangssystem mit dem Ziel einer kohärenten Förderung und zielgerichteten Übergängen ohne Warteschleifen.

Im Folgenden werden die in Hamburg initiierten Gremien sowie die im Rahmen unterschiedlicher Programme entwickelten Handlungsansätze vorgestellt.


Das Planungsteam

Das Planungsteam zur Optimierung der Integration von jungen Menschen in Ausbildung und Arbeit in der Freien und Hansestadt Hamburg ist aus der ehemaligen AG Zusammenarbeit hervorgegangen, die 1998 gegründet wurde.

Das Planungsteam setzt sich seit der Neukonstituierung im Januar 2010 aus programmverantwortlichen Referenten/-innen der drei Landesbehörden, der Arbeitsagentur, der ARGE und der Bezirksämter zusammen. In einem ca. sechswöchigen Rhythmus werden in ausgewählten Feldern Programme und Projekte abgestimmt und Informationen ausgetauscht. Ziel ist eine vernetzte und kohärente Förderstruktur. Das Sekretariat für Kooperation SfK arbeitet dem Planungsteam zu und pflegt u.a. die Datenbank www.ichblickdurch.de, die maßgeblich zur Herstellung von Transparenz über das berufliche Übergangssystem in Hamburg beiträgt.


Das Aktionsbündnis Bildung und Beschäftigung (ABBH)

Im Dezember 2008 gründete die Freie und Hansestadt Hamburg gemeinsam mit Akteuren aus der Wirtschaft das Aktionsbündnis Bildung und Beschäftigung. Gemeinsame Ziele sind die koordinierte strukturelle Verbesserung des Übergangs von der Schule in den Beruf sowie die Bereitstellung zusätzlicher Ausbildungs- und Studienplätze, um die Auswirkungen des doppelten Abiturjahrgangs 2010 aufzufangen.

Zum Aktionsbündnis gehören auf staatlicher Seite die Schul-, Wirtschafts- und Sozialbehörde, das Hamburger Institut für Berufliche Bildung, die Senatskanzlei sowie die Agentur für Arbeit Hamburg und die Hamburger Arbeitsgemeinschaft SGB II (team.arbeit.hamburg). Die Hamburger Wirtschaft wird durch die Handelskammer, die Handwerkskammer und den UVNord - Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein e. V. vertreten. Darüber hinaus sind die Gewerkschaften und Vertreter/-innen der Bezirke beteiligt. Das Aktionsbündnis ist - unter Federführung der Behörde für Schule und Berufsbildung - zunächst für zwei Jahre angelegt.

Die Begleitung und Unterstützung der Reform des Übergangssystems ist ein Schwerpunktbereich des Aktionsbündnisses. Darüber hinaus wird das Aktionsbündnis vorhandene Maßnahmen des bestehenden Übergangssystems bewerten, bündeln und Handlungsempfehlungen für eine Neugestaltung entwickeln.

Mehr Informationen zum Aktionsbündnis finden Sie hier.


Regionale Bildungskonferenzen

In dem bundesweit einmaligen Konzept der Regionalen Bildungskonferenzen (RBK) werden die regionalen Institutionen für Bildung, Beratung und Erziehung vernetzt. Ziel ist es, die Angebote miteinander abzustimmen und Erfahrungen auszutauschen. Auf diese Weise sollen die Übergänge in jeder Bildungsphase verbessert werden.

Unter der Federführung und auf Initiative der Behörde für Schule und Berufsbildung arbeiten hier Bezirksämter, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Häuser der Jugend, örtliche Wirtschaft und Sportvereine zusammen. Dazu gehören u. a. die Bestandsaufnahme der einzelnen Bildungs- und Erziehungsangebote, die Ermittlung des Bedarfs und die Unterstützung bei Bildungskooperationen. Um ein gebietsbezogenes, auf die aktuellen Anforderungen angepasstes Angebot zu gestalten, fördern die RBK den Erfahrungsaustausch unter den beteiligten Akteuren.

Näheres zu den RBK unter hamburg.de/rbk.


Regionales Übergangsmanagement KorA

„Regionales Übergangsmanagement. Modellhafte Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule - Beruf in zwei Regionen des Bezirkes Hamburg-Mitte"

Im Rahmen der Förderinitiative des BMBF-Programms „Perspektive Berufsabschluss" engagieren sich das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB), die Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB), die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) und die Behörde für Wirtschaft und Arbeit (BWA), das Bezirksamt Hamburg-Mitte, die Agentur für Arbeit Hamburg und die regionalen Standorte der Hamburger Arbeitsgemeinschaft nach SGB II (ARGE) zusammen mit der Hamburger Wirtschaft (Kammern, Unternehmensverband Nord) und relevanten Akteuren vor Ort in einem gemeinsamen Vorhaben: Für zwei Regionen des Bezirks Hamburg-Mitte (Elbinseln, Billstedt - Horn) wird ein regionales Übergangsmanagement entwickelt und erprobt, um daraus ein auf alle Hamburger Regionen übertragbares Handlungskonzept abzuleiten. Dabei werden die Entwicklungen und Vorgaben der Schulreform in Hamburg ebenso berücksichtigt und eingearbeitet wie die Belange der Bezirke, insbesondere des Sozialraummanagements und der Jugendhilfe.

Das Vorhaben Regionales Übergangsmanagement KorA nahm die Arbeit im Sommer 2008 auf und läuft bis 31. März 2012.

Mehr Informationen zu KorA finden Sie auf www.hibb.hamburg.de/kora.


Initiative "Lernen vor Ort"

Transparenz und Vernetzung von Bildungseinrichtungen – das sind die Ziele der Initiative „Lernen vor Ort“ des BMBF. In der Zusammenarbeit mit den Hamburger Bezirken, Fachbehörden und Bildungseinrichtungen soll eine einheitliche Angebotsstruktur von Bildung und Weiterbildung statt einzelner „Bildungsinseln“ geschaffen werden.

Dabei steht die Förderung lebenslangen Lernens im Mittelpunkt: Die Übergänge in allen Bildungsbereichen, von der frühkindlichen Bildung über die Rückkehr aus der Elternzeit bis hin zur Seniorenbildung, sollen mit Hilfe eines kohärenten Bildungsmanagements erleichtert und optimiert werden. Dies setzt sich zusammen aus

  • Bildungsberatung,
  • einer bildungsbereichsübergreifenden Bildungsberatungsstruktur, welche sicherstellt, dass die Angebote allen Bevölkerungsschichten zugänglich sind und
  • Bildungsübergängen – jeder Bezirk erarbeitet modellhaft eine Übergangsphase und bereitet diese für den Transfer auf andere Bezirke vor. So ist beispielsweise Altona für die Phase zwischen Kita und Grund-/Primarschule zuständig, während Hamburg-Nord sich mit der Rückkehr in den Beruf nach der Elternzeit beschäftigt.

Weiterhin enthält das Programm thematische Aktionsfelder, die sich mit demographischem Wandel (Lernbedarf älterer Bürgerinnen und Bürger), Demokratie und Kultur (Beteiligung am kulturellen Leben auch bildungsferner Menschen sowie Verzahnung von Kultur und Bildungsangeboten) und Integration und Diversitätsmanagement (Bildungsbegleitung, Integration bildungsferner Bürger/-innen in formelle Lernwelten) befassen.

Unter dem Motto „Gemeinsam gestalten – verantwortlich sein!“ hat Bildungssenatorin Christa Goetsch am 19. April 2010 zusammen mit Vertreter/-innen aus Bezirken, Fachbehörden, Stiftungen, Kammern und Sozialverbänden in einer Auftaktveranstaltung den Startschuss für das Projekt gegeben. Das Förderprogramm wird in Hamburg durch die Körber-Stiftung, die Alfred-Toepfer-Stiftung und die Haspa-Hamburg-Stiftung begleitet.

Weitere Informationen zu "Lernen vor Ort" in Hamburg finden Sie hier.


Übergänge mit System

Die Initiative Übergänge mit System der Bertelsmann Stiftung zielt darauf ab, allen ausbildungswilligen Jugendlichen systematisch und ohne Zeitverlust den Übergang in eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Vor dem Hintergrund eines derzeit unübersichtlichen, teuren und zeitintensiven Übergangssystems und einer Vielzahl Jugendlicher, die dennoch ohne Ausbildung bleiben, hat die Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit acht Bundesländern und der Bundesagentur für Arbeit diverse Maßnahmen untersucht.

In dem Rahmenkonzept zur Neuordnung des Übergangs von der Schule in den Beruf werden Lösungsansätze aufgezeigt, wie die derzeitige Maßnahmevielfalt in ein transparentes und effizientes System umgewandelt werden kann. Gemäß dem Leitbild „Berufsausbildung 2015“ wird das System in zwei Stränge unterteilt, die sich jeweils an ausbildungsreife oder nicht ausbildungsreife Jugendliche richten.

Die nicht ausbildungsreifen Jugendlichen werden zur Ausbildungsreife geführt mit einem anschließend verbindlichen Übergang in eine Berufsausbildung. Ausbildungsreife Jugendliche werden in dualer Ausbildung, Ausbildung an Schulen oder bei Bildungsträgern ausgebildet. Übergangsmaßnahmen sind für Letztere nicht mehr vorgesehen.

Die Eckpunkte der Initiative "Übergänge mit System" können Sie hier herunterladen.


Arbeitsbündnis Jugend und Beruf

Das Projekt Arbeitsbündnis Jugend und Beruf der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist 2010 ins Leben gerufen worden, um eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Berufsberatung, Jugendhilfe und Grundsicherung zu erreichen. Die Initiative soll die rechtskreisübergreifende Kooperation zwischen den an der Betreuung Jugendlicher (U25) beteiligten Sozialleistungsträgern gewährleisten.

Die Agenturen für Arbeit, Grundsicherungsstellen und die Träger der Jugendhilfe verknüpfen ihre Ressourcen so miteinander, dass eine ganzheitliche und vernetzte Betreuung erfolgen kann um so die Integration in Ausbildung oder Arbeit zu fördern. Das Arbeitsbündnis stellt den genannten Akteuren dazu ein in der Praxis erprobtes Konzept zur Verfügung. Dazu gehört die Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung der Zusammenarbeit an den Schnittstellen SGB II, SGB III und SGB VIII. Darüber hinaus werden die Ressourcen durch eine räumliche Zusammenlegung der Kerninstitutionen in „Servicezentren“ gebündelt.

Die Eckpunkte des Konzepts sehen die Schaffung von Transparenz, einen durchlässigen Informationsaustausch sowie harmonisierte Abläufe und Maßnahmen vor. Das Bündnis befindet sich aktuell in der Aufbauphase und wird bis Ende 2011 mit rund 20 Grundsicherungsstellen - eine davon in Hamburg - erprobt. Ab 2012 soll die Erweiterung auf das Bundesgebiet erfolgen.

Weitere Informationen finden Sie hier.