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Duale Ausbildung

Grundlagen

Die duale (oder auch betriebliche) Ausbildung ist ein System der beruflichen Bildung. Sie gilt als wesentliche Säule für die Deckung des Fachkräftebedarfs in Deutschland, denn laut Statistischem Bundesamt beginnt mehr als die Hälfte eines Altersjahrgangs nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule eine duale Ausbildung. 

Das System wird als dual bezeichnet, weil die Ausbildung an zwei Lernorten stattfindet: in der Regel in einem Betrieb (oder in vergleichbaren Einrichtungen außerhalb der Wirtschaft, wie z. B. in öffentlichen Verwaltungen) und in der Berufsschule.

Eine Besonderheit der dualen Ausbildung in Deutschland ist die gleichberechtigte Beteiligung von Staat und Wirtschaft bei der inhaltlichen Ausgestaltung. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) beschreibt diesen Prozess folgendermaßen: „Der Staat legt über das Berufsbildungsgesetz (BBiG) und die Handwerksordnung (HwO) die Rahmenbedingungen und Standards für die Ausbildung fest (Rechte und Pflichten von Auszubildenden, Vergütung, Eignung von Ausbildungsstätte und Ausbildungspersonal, Regelungen zur Abschlussprüfung etc.). Die Wirtschaft wirkt von ihrer Seite aus auf die berufliche Ausbildung ein, indem die Sozialpartner (Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften) Lerninhalte und Bedingungen für einzelne Ausbildungsberufe bestimmen, die dann in entsprechenden Ausbildungsordnungen festgeschrieben werden. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) bereitet Ausbildungsordnungen vor und erarbeitet federführend mit Sachverständigen aus der Berufspraxis (von den Sozialpartnern benannt) die Entwürfe der Ausbildungsordnungen; dabei wird auch auf die Abstimmung mit den berufsschulischen Rahmenlehrplänen geachtet, die von Sachverständigen der Länder (Kultusministerkonferenz KMK) entworfen werden (…)“ Die Lehrpläne für den allgemeinen Unterricht der Berufsschule werden jedoch von den einzelnen Ländern entwickelt.

Ebenfalls auf Landesebene berät der Landesausschuss für Berufsbildung (LAB) die jeweilige Landesregierung in den Fragen der Berufsbildung, die sich für das Land ergeben. Im Rahmen seiner Aufgaben (BBiG § 83) hat der LAB auf eine stetige Entwicklung der Qualität der beruflichen Bildung hinzuwirken.

Der Bundesagentur für Arbeit (BA) obliegt auf Basis des SGB III die Beratung, Vermittlung und Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche und Betriebe.

Die zuständigen Stellen (in der Regel die Kammern) haben u. a. die Aufgabe, Unternehmen und Auszubildende zu beraten, die fachliche Eignung von Ausbildern zu zertifizieren, Auszubildende zu registrieren und zu prüfen sowie den sozialen Dialog auf regionaler Ebene zu führen. (Vgl. PANORAMA Berufsbildung in Deutschlang, CEDEFOP, S. 21, 2007).

Um prinzipiell jedem jungen Menschen eine duale Ausbildung zu ermöglichen, können während der Ausbildung folgende Unterstützungsleistungen in Anspruch genommen werden:

  • Die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) sollen die Aufnahme, die Fortsetzung und den Abschluss einer dualen Ausbildung ermöglichen und Ausbildungsabbrüche verhindern. Die abH richten sich an Jugendliche mit Sprach- oder Lernschwierigkeiten oder sonstigen Problemen (z. B. im sozialen Umfeld).
  • Junge Eltern oder Jugendliche, die eine/-n Angehörige/-n pflegen oder bei denen vergleichbare schwerwiegende Gründe vorliegen (wie z. B. eine Erkrankung oder eine Behinderung), haben die Möglichkeit, die Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren (§ 8 BBiG). 
  • Seit 2015 gibt es die Assistierte Ausbildung (AsA). Das Besondere an dieser dualen Ausbildung ist, dass Bildungsträger sowohl die Jugendlichen als auch die Ausbildungsbetriebe intensiv und kontinuierlich während der Berufsausbildung unterstützen. Die Bildungsträger können sowohl bei der Vorbereitung auf die Ausbildungsaufnahme (ausbildungsvorbereitende Phase, z. B. Berufsorientierung und Bewerbungstraining) als auch persönlich und fachlich während der Ausbildung unterstützend agieren.

Der erfolgreiche Abschluss einer dualen Ausbildung befähigt zur unmittelbaren Berufsausübung als qualifizierte Fachkraft in einem von derzeit etwa 330 anerkannten Ausbildungsberufen.

 

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