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Außerbetriebliche Berufsausbildung

Grundlagen

Für junge Menschen, die ausbildungsinteressiert sind, aber aufgrund individueller oder sozialer Benachteiligungen keinen betrieblichen Ausbildungsplatz finden, gibt es seit Initiierung des Benachteiligtenprogramms in den 80er Jahren die Möglichkeit, eine Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE) oder in Jugendwerkstätten zu absolvieren.

Kennzeichnend für die außerbetriebliche Ausbildung ist - abgesehen von der staatlichen Finanzierung - die Arbeit in multiprofessionellen Teams, die sich aus Ausbilder/-innen, Lehrkräften und Sozialpädagogen/-innen zusammensetzen, denn zusätzlich zur fachpraktischen und theoretischen Qualifizierung wird auch die allgemeine berufliche Handlungskompetenz und die Persönlichkeitsentwicklung gefördert.

Die öffentlich finanzierten ("geförderten") Ausbildungsverhältnisse werden vollständig oder nahezu vollständig durch staatliche Programme oder auf gesetzlicher Grundlage von der Bundesagentur für Arbeit (§ 76 SGB III) bzw. von den Jobcentern (§ 1 Abs. 3 Satz 2 SGB II) oder in einigen Bundesländern im Rahmen der Jugendberufshilfe (nach § 13 SGB VIII) finanziert.

Die Kostenträger beauftragen freie Träger der Jugendhilfe mit der Durchführung der Ausbildung, die überwiegend in anerkannten Ausbildungsberufen des dualen Systems nach § 4 Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. § 25 Handwerksordnung (HwO) angeboten werden.

Für die außerbetriebliche Ausbildung gibt es zwei Modelle: Bei der integrativen Berufsausbildung wird der Ausbildungsvertrag mit einem  Bildungsträger geschlossen. Der Bildungsträger führt sowohl die fachtheoretischen als auch die fachpraktischen Teile der Ausbildung durch (wobei auch bei der integrativen Form fachspezifische Abschnitte der Ausbildung durch Kooperationsbetriebe vermittelt werden können).

Im kooperativen Modell erfolgt die fachpraktische Ausbildung im Kooperationsbetrieb und wird fachtheoretisch durch den Bildungsträger begleitet und unterstützt. Der Berufsschulunterricht findet in der für den jeweiligen Ausbildungsberuf zuständigen Berufsschule statt. Der Bildungsträger überwacht die Ausbildung im Kooperationsbetrieb, sucht die Auszubildenden zur Sicherung des Ausbildungserfolges regelmäßig auf und bietet auch den Betrieben Unterstützungsleistungen an.

Junge Menschen mit einer Behinderung können aufgrund der Art und Schwere ihrer Behinderung (nach § 19 SGB III) eine rehabilitationsspezifische Berufsausbildung in einer Einrichtung der beruflichen Rehabilitation absolvieren. Die Ausbildung wird entweder in einem Berufsbildungswerk oder bei einem Bildungsträger in Form einer BaE-Reha durchgeführt. Möglich ist auch eine  betrieblich begleitete Ausbildung (bbA) in einem Betrieb, in dem der Auszubildende vom Bildungsträger bzw. dem Berufsbildungswerk begleitet und unterstützt wird.

Darüber hinaus gibt es außerbetriebliche Ausbildungsangebote, die aus diversen Bundes- und Länderprogrammen sowie dem Europäischen Sozialfonds gefördert werden, wie z. B. Sonderprogramme für sogenannte marktbenachteiligte Jugendliche.

 

Informationen zu den verschiedenen Hamburger Programmen und Angeboten sind unter dem Menüpunkt „Außerbetriebliche Ausbildung in Hamburg" aufgeführt.

 


Weiterführende Informationen

  • Förderung durch Programme - Zeitschrift des Bundesinstituts für Berufsbildung; BWP Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Heft 5, 2018