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Jugendberufsagentur Hamburg

Im Januar 2011 wurde Hamburg im Rahmen des bundesweiten Arbeitsbündnisses Jugend und Beruf  als eine der Modellregionen für die Erprobung der verbesserten Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der Rechtskreise des SGB II, III und VIII ausgewählt. Kurz darauf hat sich der "Senat der Freien und Hansestadt Hamburg mit der Regierungserklärung vom 23. März 2011 und dem Arbeitsprogramm vom 20. April 2011 zum Ziel gesetzt, jedem Jugendlichen eine Chance auf eine berufliche Ausbildung zu geben und niemanden auf diesem Weg zu verlieren" (Drucksache 20/4195, Seite 2).

Um sowohl das Vorhaben des Bundes als auch des Hamburger Senats zu realisieren, wurde in Hamburg 2012 die Jugendberufsagentur (JBA) eingerichtet, die alle an der beruflichen Integration beteiligten Institutionen organisatorisch zusammenfasst, um junge Menschen bis zum 25. Lebensjahr zu erfassen, zu beraten, zu vermitteln, zu begleiten und zu fördern.

Zu den Kooperationspartnern der JBA gehören die Arbeitsagentur Hamburg, Jobcenter team.arbeit.hamburg, die Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) mit dem Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB), die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) sowie die Bezirke. Die Wirtschaft und die Gewerkschaften sind durch ihre Mitwirkung im Aktionsbündnis für Bildung und Beschäftigung, dessen Lenkungsgruppe den Beirat bildet, beteiligt.

Das Konzept der Jugendberufsagentur Hamburg ist gekennzeichnet durch ein Mehrebenensystem (schulische, regionale und Landesebene), das durch die enge, systematische Verzahnung von operativer und strategischer Ebene eine kohärente Beratungs-, Begleitungs- und Förderstruktur sicherstellt.

Auf schulischer Ebene arbeiten die Stadtteilschulen, Förderschulen und beruflichen Schulen bezirklich organisiert eng mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit zusammen, um sowohl die Berufs- und Studienorientierung ab Klasse 8 als auch den Übergang von der Schule in einen Anschluss (vorrangig in Ausbildung) gemeinsam zu gestalten (siehe Menüpunkt Berufsorientierung). Im Rahmen der Berufsorientierung erfasst und berät die Jugendberufsagentur alle Jugendlichen der Abgangsklassen (sofern sie damit einverstanden sind), damit beim Übergang „keiner verloren geht".

Auf regionaler Ebene wurde bis Ende 2013 in jedem Bezirk ein Jugendberufsagentur-Standort eingerichtet, damit junge Menschen bis zum 25. Lebensjahr eine wohnortnahe Anlaufstelle für alle rechtskreisübergreifenden Angebote und Leistungen „unter einem Dach" finden, statt, wie bisher, verschiedene Einrichtungen aufsuchen zu müssen. In den Standorten bündeln die Agentur für Arbeit, Jobcenter team.arbeit.hamburg, das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) und die Bezirksämter ihre Beratungs-, Unterstützungs- und Vermittlungsangebote, die nach den individuellen Bedarfen des Einzelnen ggf. kombiniert werden können. Dazu gehören Angebote rund um die Ausbildung, Beschäftigung oder schulische Bildungswege, aber auch Unterstützungsleistungen zum Abbau sozialer Beeinträchtigungen.

Auf Landesebene lenkt der Koordinierungsausschuss die Jugendberufsagentur in ihren Zielen, ihrer Ausgestaltung und Erfüllung ihrer Aufgaben. Er besteht aus Vertreter/-innen der Agentur für Arbeit, von Jobcenter team.arbeit.hamburg, des HIBB der BSB (Amt für Weiterbildung), der BASFI (Kinder- und Jugendhilfe und Arbeitsmarktpolitik) sowie der Bezirksämter. Im Koordinierungsausschuss werden alle wesentlichen Fragen der Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen beraten und geklärt, die öffentlich geförderten Maßnahmen koordiniert und auf Zielgruppengenauigkeit, Effektivität und Effizienz geprüft.

Ein Beirat spricht in Grundsatzfragen Empfehlungen aus und arbeitet mit dem Koordinierungsausschuss zusammen. Er besteht aus der Lenkungsgruppe des Aktionsbündnisses für Bildung und Beschäftigung, dem neben den JBA-Partnern auch Vertreter/-innen der Wirtschaft und der Sozialpartner angehören.

Um die Ziele der Jugendberufsagentur erreichen zu können, wurde eine Netzwerkstelle auf Landesebene eingerichtet. In der Netzwerkstelle laufen die jahrgangsweise erhobenen Schülerdaten zusammen. Ihr obliegt die Schulpflichtüberwachung sowie die Erfassung der realisierten Anschlüsse der Schüler/-innen ebenso wie die Erfassung abgebrochener Bildungsmaßnahmen im schulischen und außerschulischen Bereich. Die Netzwerkstelle koordiniert den Einsatz der HIBB-Mitarbeiter/-innen, die in den Schulen bei der Berufs- und Studienorientierung mitwirken. Darüber hinaus unterstützt die Netzwerkstelle zum Teil in Zusammenarbeit mit dem Planungsteam die landesweite Maßnahmenplanung der Kooperationspartner.

Weitere Informationen und die Kontaktdaten der Standorte finden Sie auf der Website der Jugendberufsagentur.

 

Weiterführende Links

  • "Chancen und Übergänge verbessern, Durchlässigkeit erhöhen" in Berufliche Bildung Hamburg , Hrsg. HIBB, 25. Jahrgang, Heft Nr. 1/2015, Seite 16-17.
  • "Jugendberufsagentur - Begleitung von Klasse 8 bis zum Berufsabschluss" in Berufliche Bildung Hamburg, Hrsg. HIBB, 22. Jahrgang, Heft Nr. 2/2012, Seite 30-31.